Umzug: Der Hospizverein Westerwald setzt seine segensreiche Arbeit an neuem Ort fort

Der Hospizverein Westerwald hat sein bisheriges Domizil in der Dillstraße 12 verlassen und hat neue Geschäftsräume in der Gelbachstraße 2 in Montabaur bezogen. Sie wurden mit einem Tag der offenen Tür eröffnet und zugleich vorgestellt.

 

Foto: Angela Baumeier

Montabaur. Der Hospizverein Westerwald hat sein bisheriges Domizil in der Dillstraße 12 verlassen und hat neue Geschäftsräume in der Gelbachstraße 2 in Montabaur bezogen. Sie wurden mit einem Tag der offenen Tür eröffnet und zugleich vorgestellt.

Dass der Hospizverein, der 1998 von 63 Frauen und Männern ins Leben gerufen wurde, umziehen musste, hat einen einfachen Grund: „Aus Platzmangel“, begründet Manuela Krämer. Sie gehört neben Christine Schmidt und Michaele Gerz zu den hauptamtlichen Mitarbeitern des Vereins, der mittlerweile 65 ehrenamtliche Mitarbeiter hat. Insgesamt zählt der Verein 525 Mitglieder. Bei der offiziellen Eröffnung begrüßte Vereinsvorsitzender Dr. Andreas Wechsung die zahlreichen Gäste und freute sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen einen Scheck über 10000 Euro entgegennehmen zu können, den Peter Greiner (Vorstandsmitglied PSD Bank Koblenz) mitgebracht hatte. „Damit konnte hier einiges finanziert werden“, betonte Dr. Wechsung mit Blick auf die frischgestalteten Räume und ihr ansprechendes Ambiente. Sie werden als Büroräume, bei Treffen für Supervisionen, für Besprechungen, Trauergespräche oder beispielsweise auch für den Treff der Kindertrauergruppe genutzt. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen der kranke, sterbende Mensch und die ihm nahestehenden Angehörigen und Freunde. Sie nicht alleine zu lassen, ein offenes Ohr für ihre Wünsche, Sorgen und Nöte zu haben, gehört zu den Aufgaben des Hospizvereins. Darüber hinaus bietet er beispielsweise auch Beratung in Sachen Patientenverfügungen an, bildet ehrenamtliche Mitarbeiter aus und leistet mit Vorträgen und Kursen (wie der Letzte-Hilfe-Kurs) eine wichtige Öffentlichkeitsarbeit.

Bei der Eröffnung, die musikalisch sehr feinfühlig und berührend von Lucie Grace (Gesang, Gitarre) und Anina Keller (Gesang) mit „You raise me up“ und „You say“ (Lauren Daigle) umrahmt wurde, gab es noch eine weitere Eröffnung: Zu sehen gab (und gibt es bis Mittwoch, 13. November, von 14 bis 17 Uhr) die Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“, in die Johannes Wisser einführte. Es ist eine Ausstellung, die zum Nachsinnen über das Leben und die Endlichkeit anregt. Zu sehen sind Bilder des Langeooger Inselmalers Anselm, kombiniert mit Zitaten von Rolf Zuckowski. Die Ausstellung orientiert sich an der biblischen Geschichte der Emmaus-Jünger: Dort sind zwei Menschen nach einem sehr schweren Schicksalsschlag miteinander unterwegs und erfahren, dass sie jemand auf ihrem Weg begleitet. Johannes Wisser ging bei seiner meditativen Ausstellung besonders auf zwei Bilder ein: Auf dem einen sind zwei ältere Menschen zu sehen, die Hand in Hand am Strand entlanglaufen, von dem Betrachter weg. Darunter stehen die Worte: „Wer für dich die Blumen sehen, am Strand für Dich spazieren gehen, sag Wolken, Sonne, Mond: Deine Zeit in dieser Welt hat sich gelohnt.“ Und dann ist da das Bild, wo ein leerer Stuhl gemalt und zu lesen ist: „Drüben sind alle gleich. Drüben ist jeder irgendwann. Drüben kommt jeder sicher an.“ Eins sei klar, so Wisser: Wir sind gemeinsam unterwegs. Es sei gut, diese Ausstellung vor Ort zu haben bei dem Hospizverein, der andere Menschen begleitet, der zuhört, sich Zeit nimmt. So, wie es das Motto ausdrückt: Zuhören, Beraten, Begleiten. Damit Menschen in Würde leben (können) bis zuletzt.

Angela Baumeier Westerwälder-Zeitung 12.11.2019

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