Neue BegleiterInnen im Hospizverein

1.Reihe sitzend von links nach rechts: Rita Rösch, Jutta Girmann, Carola Hauck, Friederike Schmidt – in der Mitte stehend: Dr. Mirow im Kreise der ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Ende April beendeten die Teilnehmer den Grund- und Aufbaukurs „Zur Sterbebegleitung befähigen“

Gemeinsam machten sich die neun Teilnehmer zusammen mit der Kursleiterin Katja Müller im Spätsommer 2016 im Aloysia-Löwenfels-Haus, Dernbach, auf den Weg, um sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter zu befähigen. Es wurde über eigene Erfahrungen mit Krankheit, Sterben, Abschied und Trauer reflektiert, und anhand von Beispielen, Impulstexten mit entsprechenden Fragestellungen galt es,  die Situation von Sterbenden, Trauernden und ihrem Umfeld sensibel zu ergründen und wahrzunehmen. Jeder der insgesamt zehn Samstage stand unter einer anderen Thematik. Es begann mit dem Blick auf den eigenen Lebensweg, gefolgt von „Der kranke und sterbende Mensch und seine Bedürfnisse“, „Reifungsprozesse im Sterben“, „Verstehen und sich verständigen in der Begleitung“ und „Spiritualität“. Im Aufbaukurs berichteten Gastreferenten von ihren Erfahrungen aus den Bereichen: „Hospizkultur und Palliative Pflege im Westerwald“ (Christine Schmidt, Hospiz- und Palliativfachkraft im Hospizverein Westerwald); „Schmerzen lindern-Leid tragen: Krankheitsbilder/ Schmerztherapie“ (Dr. Andreas Wechsung); „Chancen und Grenzen der Patientenverfügung“ (Dr. Dorothea Behme-Wechsung); „Das letzte Hemd ist bunt“- Begleitung in der Trauer (Brigitte Zech, Bestatterin); „Mit Trauer leben lernen“ (K. Müller); „Hospizarbeit im Westerwald – Hospizarbeit praktisch“ (Heinz-Peter Rüffin, Vorsitzender des Hospizverein Westerwald).

 „Dieser Kurs war für mich, trotz meiner großen beruflichen Belastung, sehr bereichernd und bewegend. Er hat mir noch einmal einen ganz anderen Blick für die Situation von Schwerstkranken und Sterbenden gegeben. Gleichzeitig habe ich mich

auf diese Samstage mit den interessanten Themen und auch auf die anderen Gruppenmitglieder sehr gefreut,“ so eine Teilnehmerin.

Am letzten Kurstag gab der Vereinsvorsitzende, Heinz-Peter Rüffin, den Teilnehmenden anhand von drei Symbolen noch viele gute Wünsche mit auf den Weg:  Der Spiegel möge daran erinnern, dass die neuen Mitarbeiter immer wieder überprüfen, ob die Aufgabe, schwerstkranke und Sterbende zu begleiten (noch) zu ihnen passt. Eine Spieluhr kann erst hörbar zum Klingen kommen, wenn ein Resonanzkörper vorhanden ist. Die Aufgabe der Hospizbegleiter ist es, die Stimmen der schwerstkranken und sterbenden Menschen zum Klingen zu bringen und ihnen Gehör zu verschaffen. Drittes und letztes Symbol war ein Maßband - es soll immer daran erinnern, dass in den Begleitungen darauf geachtet werden muss, ob das Handeln den Wünschen und Sorgen des Sterbenden angemessen ist. 

Im Mitarbeitertreffen im Juni wurden die „Neuen“ dann herzlich in den Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizvereines aufgenommen. Der zweite Vorsitzende des Hospizvereines, Dr. Mirow, begrüßte sie herzlich und wünschte Ihnen viele guten Erfahrungen in den Begleitungen und sicherte die 

Unterstützung des Vorstandes und aller Mitarbeitenden zu.

In diesem Mitarbeitertreffen symbolisierte das Segelschiff „Hospizverein Westerwald e.V.“ die zukünftige Zusammenarbeit aller ehrenamtlicher Mitarbeitenden. Motto des Abends war das Zitat von Paolo Coelho: „Das Schiff, das im Hafen liegt ist sicher, aber dafür wurden Schiffe nicht gebaut.“ - Nach dem Kurs „Zur Sterbebegleitung befähigen“ verlassen die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter nun den sicheren „Ausbildungshafen“, um sich mit der gesamten „Mannschaft“ (Haupt- und Ehrenamtlichen) des Hospizvereines den Herausforderungen der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen zu stellen, denn „wie auf jedem Segelschiff kann nur die Zusammenarbeit der ganzen Crew das Schiff auf Kurs halten“, so die Koordinatorin Katja Müller. Im Anschluss erfolgte an mehreren Tischen ein reger Austausch über die verschiedenen Aufgabenbiete des Hospizvereines. Gastgeber an diesen Tischen waren Rita Gerharz (Trauerbegleitung), Hedi Lenz (Sterbebegleitung) und Monika Noll (Selbstfürsorge und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Hospiz).
Dr. Mirow überreichte am Ende des Abends an die anwesenden neuen Mitarbeiter ein kleines Geschenk und ein Herz, welches als grundlegendes Symbol für die hospizliche Arbeit steht. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, so schreibt es schon Antoine de Saint-Exupéry in seinem berühmten Buch „Der kleine Prinz“.

10 neue Begleiterinnen im Hospizverein

von links nach rechts: Christine Schmidt,Carmen Schüller,Inge Ortseifen-Kube,Kursleiter Heinz-Peter Rüffin, Margot Wagner, Simone Schwenk, Kerstin Hartz, Dorothee Schmidt, Hedi Lenz, Christiane Jaschek, Ingrid Janz, Christine Kleiner und Katja Müller

Erste Schritte zur hospizlichen Sterbebegleitung –

stellvertretend für die zehn neuen Hospizbegleiterinnen erzählt

Inge Ortseifen-Kube über einen Kurs, der nicht ist wie jeder andere

 

 Da sitzen wir also im Tagungsraum des Aloysia Löwenfels Hauses in Dernbach, viele Frauen und zwei Männer. Der eine der Männer ist unser zukünftiger Kursleiter, Heinz-Peter Rüffin, der andere hat seine Frau z umInformationsabend begleitet, an dem uns die Themen und Methoden des Kurses ‚Zur Sterbebegleitung befähigen‘ vorgestellt werden. Wir beäugen uns neugierig, tauschen uns über unsere Vorstellungen und Erwartungen bezüglich des Kurses sowie unsere Motivation, uns mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen, aus und schon jetzt wird klar: das ist kein Kurs wie jeder andere.

 14 Teilnehmerinnen sind es dann schließlich, die zum Grundkurs gehören und sich mit den Leitern, Heinz-Peter Rüffin und Katja Müller, der Thematik annähern. Das geht unter die Haut und ist teilweise extrem emotional, etwa dann, wenn wir über unsere eigenen Erfahrungen mit Krankheit, Sterben und Trauer sprechen oder uns mit Beispielfällen beschäftigen bzw. in die Situation Sterbender hineinversetzen. Wir betrachten die Modulthemen Blick auf den eigenen Lebensweg, der kranke und sterbende Mensch und seine Bedürfnisse, Reifungsprozess im Sterben, verstehen und sich verständigen bei der Begleitung und Spiritualität in der Begleitung. Berichte Betroffener oder andere anschauliche Texte mit entsprechender Fragestellung bereiten die ganztägigen Treffen jeweils vor und lassen uns vieles deutlich werden, was wir zuvor teilweise noch nicht reflektiert hatten. Gute Materialien und Übungen helfen uns bei der Aufarbeitung der Themen. So schwer die Kost auch ist, immer wieder gelingt es uns, Leichtigkeit in die Kurstage zu bringen. Die Gruppe wächst mit jedem Mal mehr zusammen, die persönliche Wertschätzung nimmt kontinuierlich zu. Das liegt wohl auch daran, dass wir hier den Raum und die Ruhe sowie eine angemessene Atmosphäre haben, uns mit diesen letzten Erfahrungen auseinanderzusetzen. Jede und jeder wird hier sehr persönlich ernstgenommen, darf im geschützten Raum sagen, was und wie sie/er empfindet und denkt. So wächst auch unsere Selbstwahrnehmung und zunehmend hinterfragen wir unsere bisherigen Haltungen und Präferenzen. Die Methoden und Formen bei der Arbeit am jeweiligen Kursthema wechseln, so dass uns diese Samstage wie im Fluge vergehen, aber sie wirken, wie alle immer wieder bestätigen, noch lange in uns nach. Da denkt man beispielsweise über bestimmte Ergebnisse noch einmal nach, erinnert sich an Szenen aus einem gezeigten Film, an Liedtexte oder an die liebevoll gestaltete Mitte des Kreises, in dem wir uns versammeln. Oft nehmen wir auch eine kleine Erinnerung mit nach Hause, geschenkt von anderen Kursteilnehmerinnen. Darüberhinaus erhalten wir die zusammengestellten Unterlagen zu jeder Einheit, die es uns ermöglichen, alles noch einmal nachzuarbeiten und besser zu verinnerlichen. Diese sind häufig ergänzt durch weitere Anregungen.

 Kein Kurs wie jeder andere, habe ich schon gleich gedacht und es hat sich bestätigt. Das liegt auch an den Kursleitern, die sich sehr persönlich einbringen und beispielhaft handeln. Da merkt man, wie ernst es ihnen ist mit dem Thema und mit den Kursteilnehmern. Auch sie sind bereit, sehr offen über sich und ihre Erfahrungen zu sprechen.

 Uns allen ist klar, dass die theoretische Auseinandersetzung wichtig ist, aber eben auch nur ein erster Schritt sein kann. Einige von uns sind der Praxis durch ihren Beruf (Altenpflege, Arztpraxis z.B.) schon näher, die meisten aber fühlen sich noch recht unsicher. Doch wir alle haben uns ganz persönlich weiterentwickelt in diesem Kurs, der eben nicht ist, wie jeder andere.

 

Elf Frauen und ein Mann engagieren sich neu im Hospizverein Westerwald

(von links nach rechts) Gudrun Schlemmer,Agnes Schmidt-Bleker,Gisela Strebe,Berendina Zwanniken,Heinz-Peter Rüffin,Monika Noll,Imke Becker,Renate Behler,Heidi Wachter,Rolf Poslednik,Christina Benner,Ulla Seifert,Waltraud Daubach,Christine Schmidt

"Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für einen anderen Menschen etwas sein kann". Mit diesem ermutigenden Wort von Dietrich Bonhoeffer konnten Heinz-Peter Rüffin als Vorsitzender und Christine Schmidt als verantwortliche Hospiz-Einsatzleiterin beim jüngsten Montagstreffen des Hospizvereins elf Frauen und ein Mann neu in den Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter aufnehmen. Sie hatten sich intensiv über 120 Stunden mit den Themen Sterben, Tod und Trauer sowie palliative Pflege und Gestaltung einer würdevollen Abschiedskultur für die hospizliche Begleitung vorbereitet.

In einem kreativen "Kennenlern-Abend" erhielten die Neuen spannende Einblicke in die Praxis der Begleitung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen. Edgar Hirz und Monika Schneider berichteten von ihren Erfahrungen als Hospizbegleiter im Pflegeheim und im häuslichen Umfeld und was es konkret heißt, auf die persönlichen Wünsche der Sterbenden einzugehen, um sie bis zum Ende ihres Lebens würdig zu begleiten und die Angehörigen zu unterstützen.

Dasein - Zeit schenken - einfühlsam begleiten

Mitarbeitende 2013 beim Treffen am 16. September 2013

Thema: Einsatz von Düften und Aromen in der palliativen Begleitung

Die Referentinnen Birgit Keller, Krankenschwester (2. v. l.) und ihre Kollegin Jenny Keck (rechts), Altenpflegerin, präsentierten uns einen „duften Abend“.

Einführung der neuen Mitarbeiterinnen 2013

Einführung der neuen MitarbeiterInnen 2013

Nach Abschluss des Aufbaukurses wurden am 10. Juni noch vor der großen Sommerpause fünf neue MitarbeiterInnen offiziell eingeführt und in das Team der Hospizbegleiter aufgenommen: (vlnr) Petra Görlitz, Margarete Rüthers, Karin Stumpf, Edith Werner, Christine Schmidt und Sigrid Schütte (es fehlt: Jörg Strott)

Hospiz macht Schule

Hospiz macht Schule - vom 4. bis 8. November 2013 in Ransbach-Baumbach!

Im März war das Team unseres Hospizvereins - Monika Kett, Othilde Biwer, Inge Heisler, Rita Gerhards, Rita Steindorf und Bärbel Ploch - in der Grundschule in Siershahn zu Gast. Einige Fotos und Eindrücke finden Sie hier. Außerdem kurz eine Erläuterung zu dem Projekt:

Die Schulung soll dem örtlichen Hospizverein dazu dienen, eine Gruppe von ehrenamtlich engagierten Menschen zu finden und zu befähigen, die in die regional umliegenden Schulen gehen und mit den Kindern in Unterrichtseinheiten zu Tod und Sterben „arbeiten” können.

In dem Schulungsangebot „Hospiz macht Schule” wurde ein Curriculum für eine Schulungsreihe so aufgebaut, dass fünf Ehrenamtliche einer Hospizbewegung nach der Schulung eigenständig eine Projektwoche in einer Grundschule gestalten können. Es soll eine Unterrichtskompetenz entstehen, eigenständig in Schulen eine Themenwoche zu folgenden Tagen anzubieten:

1. Tag: Werden und Vergehen - Wandlungserfahrungen; 2. Tag: Krankheit u. Leid; 3. Tag: Sterben u. Tod; 4. Tag: Vom Traurig-Sein; 5. Tag: Trost u. Trösten.

Aktuell

26.10.2018 09:00

Hospizkultur und Palliativversorgung in stationären Einrichtungen

Bericht vom Fachtag für Pflegekräfte

„Wo wären Sie heute, wenn Sie nicht an dieser Tagung teilnehmen würden?“ Mit dieser Frage lud Martin Alsheimer, Dipl.-Pädagoge, Lehrer, Diplom-Trauerberater, Socialmanager, Systemischer Berater (MISW), Autor und Leiter der Hospiz Akademie der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste Nürnberg die Teilnehmenden des Hospizfachtages zu einer kurzen Vorstellungsrunde ein.

 

Weiterlesen …